Eine erste Halbzeitbilanz hat uns gezeigt, dass wir im Bereich Mobilität viel Luft nach oben haben, was die Reduzierung von CO2-Emissionen angeht.
Als Sektion Braunschweig des DAV haben wir in 2024 begonnen, unseren CO2-Fußabdruck zu ermitteln. Eine erste Halbzeitbilanz hat uns gezeigt, dass wir im Bereich Mobilität viel Luft nach oben haben, was die Reduzierung von CO2-Emissionen angeht. Öffentliche Verkehrsmittel werden für die Anreise zu unseren Touren und Kursen bislang kaum genutzt. Das hat den Vorstand der Sektion dazu veranlasst, es doch gleich mal selbst auszuprobieren: „Wir hatten bereits im Zug nach Bad Harzburg viel Spaß,“ so schildert es der Vorstand der Sektion Braunschweig bei seiner Anreise zum Workshop in der Jugendherberge Torfhaus. „Erst mal mussten wir uns schlau machen, welches denn das beste Ticket sein würde. Am Automaten oder Online konnten wir dann für die Gruppe Tageskarten des VRB lösen. Das schien das Beste zu sein.“ In Bad Harzburg angekommen, klappte der Umstieg in den Bus vor dem Bahnhofsgebäude reibungslos. Das Workshop-Ende am nächsten Tag haben wir dann perfekt auf die Busfahrzeiten abgestimmt, so dass auch die Rückfahrt reibungslos klappte. Die Anreise mit „Öffis“ war eine gute Erfahrung, sagten alle Beteiligten.
Attraktivität von „Öffi-Touren“ steigern
Wir wollen in der Sektion möglichst viele Mitglieder dazu animieren, hoffentlich positive Erfahrungen bei der Anreise zu Touren oder Kursen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu sammeln. Vorstand und Beirat haben daher beschlossen, eine erste Maßnahme zu testen, um die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für unsere Touren und Kurse attraktiver zu machen:
ÖPNV-Gruppentickets beziehungsweise regionale Verbundtickets werden bei einer "Öffi-Tour" für alle Teilnehmenden durch die Sektion erstattet. Die Touren- und Kursleitenden übernehmen hierbei die Organisation der Tickets.
Für diesen organisatorischen Mehraufwand erhalten die Touren- und Kursleitende eine Entschädigung von 25 € je Anreisetag.
Was sind „Öffi-Touren“?
Touren oder Kurse, die ab einem gemeinsamen Startpunkt, z.B. Hauptbahnhof Braunschweig, für alle Teilnehmenden mit öffentlichen Verkehrsmitteln geplant werden. Es werden ausschließlich Bahn-/Bus-Tickets für den Regionalverkehr erstattet. Andere Reisekosten werden nicht erstattet.
Die Touren und Kurse werden im Programm als "Öffi-Touren" gekennzeichnet.
Die Touren werden so geplant, dass die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut möglich ist. Idealerweise ergibt sich auch ein Mehrwert aus der Anreise mit Bus und Bahn, weil sich beispielsweise Streckentouren von A nach B oder Gabeltouren ergeben. Richard Goedeke hat in seinem neuesten neuesten Buch „Wandern mit Bus und Bahn Harz“ hierzu ein paar Anregungen.
Wie wird die Maßnahme finanziert?
Der Deutsche Alpenverein hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden. Die Sektionen sollten daher auf Basis ihres CO2-Ausstoßes ein Klimabudget* im Rahmen ihrer Haushaltsplanung ausweisen, um hier entsprechend eigene Maßnahmen entwickeln zu können. Die Sektion Braunschweig wird dieses Budget für 2025 ermitteln.
Warum eine Testphase?
Wir wollen erfahren, ob der finanzielle Aufwand vertretbar ist und ob die Maßnahme wirksam ist. Nach Ablauf der Testphase wird geprüft, ob eine Fortführung finanziell vertretbar ist und ggf. weitere oder andere Maßnahmen eingeleitet werden können.
Erfahrungen sammeln und austauschen
Welche Ziele sind am besten geeignet für eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln in unserer Region?
Was funktioniert gut und was weniger?
Welche Tickets können wie am besten gelöst werden?
Was ist der beste Treffpunkt?
Wo braucht es noch Unterstützung? Was können wir besser machen?
Diese Erfahrungen sollten wir möglichst breit teilen, so dass die Tourenplanung mit Öffis für alle leichter wird. Schreibt uns an: Klimateam@alpenverein-braunschweig.de
* Das Klimaschutzbudget errechnet sich aus dem CO2-Preis, der ab 2023 auf alle Emissionen im DAV erhoben wird. In den Jahren 2023/24 fallen pro Tonne Emissionen 90 €, in den Jahren 2025/26 dann schon 140 € pro Tonne an, das die Sektionen, Landesverbände und der Bundesverband aus ihrem eigenen Haushalt bilden und selbst verwalten. Es ist zweckgebunden und soll nur für Vermeidungs- und Reduktionsmaßnahmen eingesetzt werden. Liegt noch keine Bilanz vor, werden 5% des Gesamthaushaltes/Haushaltsplans (= Planbare Einnahmen des Haushaltsjahres abzüglich der abzuführenden Verbandsbeiträge an den Bundes- und ggf. an den Landesverband) für das Klimabudget herangezogen.
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