Die „Erfolgsstory Speed 2026“ aus der Sicht von Lea und Felix 

01.09.2026

2026 war für uns eine Saison, mit der wir Anfang des Jahres so wahrscheinlich nicht gerechnet hätten. Es war ein Jahr voller Hoffnungen, Herausforderungen, Erfolgen und Momenten, die wir so schnell nicht vergessen werden. Unsere Wege waren dabei nicht immer gleich, aber eines hatten wir gemeinsam: Wir haben immer weitergemacht. 

Die ersten Nominierungswettkämpfe

Alles begann mit den ersten Nominierungswettkämpfen. Für uns war zunächst das Ziel, überhaupt die Voraussetzungen für internationale Wettkämpfe zu schaffen. Für Lea bedeutete das, die EYC-Zeit zu erreichen. Wider Erwarten gelang ihr direkt eine persönliche Bestzeit und damit die Qualifikation. Plötzlich war ein Ziel greifbar, das vorher noch weit entfernt schien: die Jugend-EM. 

Für Felix war das ursprüngliche Ziel, in diesem Jahr überhaupt einmal europäisch bei einem EYC zu starten. Dass es dann sogar direkt zur Jugend-EM gehen sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Aber auch er konnte bei den ersten Nominierungswettkämpfen mit neuen Bestzeiten überzeugen und sich für die Jugend-EM qualifizieren. Damit wurde für uns beide zum ersten Mal der Gedanke Realität, tatsächlich bei einem internationalen Wettkampf starten zu können. 

Der erste DJC und der Weg zur JEM

Für uns begann danach eine intensive Zeit. Wir trainierten mehr, fuhren zu Trainingslagern und gaben alles. Auch wenn die Zeiten nicht immer so fielen, wie wir es uns gewünscht hatten, sammelten wir wichtige Erfahrungen und arbeiteten weiter an uns. 

Beim ersten DJC in Augsburg bekam Lea schließlich ihre letzte Chance, die JEM-Zeit zu erreichen. Doch auch dort verfehlte sie die Zeit knapp und wir mussten zunächst damit rechnen, dass ihr Traum von der JEM nicht in Erfüllung gehen würde. 

Doch beim Lehrgang des Norddeutschen Kaders kam die große Überraschung: Durch einen Trainerentscheid durfte Lea trotzdem zur JEM fahren. Die Freude war riesig. Gleichzeitig wurde uns schnell bewusst, wie groß ein internationales Event tatsächlich ist.

Die Jugend-EM

Die JEM wurde für uns zu einem ganz besonderen Erlebnis. Zum ersten Mal bei einem internationalen Wettkampf zu starten, neue Menschen kennenzulernen und gemeinsam mit Athletinnen und Athleten aus verschiedenen Ländern an den Start zu gehen, war etwas völlig Neues. 

Für Felix wurde das Achtelfinale zum spannendsten Lauf der gesamten Saison. Nach einem Abrutscher unten schien der Lauf bereits verloren. Doch sein Gegner rutschte oben ebenfalls ab, sodass Felix doch noch zuerst abschlagen und damit ins Viertelfinale einziehen konnte. Dieser Lauf zeigte uns einmal mehr, dass im Speedklettern bis zum letzten Meter alles möglich ist und dass ein Fehler nicht automatisch das Ende bedeutet. 

Im Viertelfinale war dann allerdings Schluss – nicht für Felix, sondern für den gesamten Wettkampf: Aufgrund des Wetters wurde die Jugend-EM nach dem Viertelfinale abgebrochen. Felix konnte dadurch keinen Finallauf mehr bestreiten und wurde am Ende auf Platz 8 gewertet. 

Für Lea endete der Wettkampf bereits im Achtelfinale. Trotzdem war die JEM für uns eine wichtige und wertvolle Erfahrung. Wir konnten erleben, wie es ist, bei einem internationalen Wettkampf an den Start zu gehen, und viele neue Eindrücke und Erfahrungen für die nächsten Wettkämpfe sammeln. 

Der zweite DJC

Nach der JEM ging es direkt weiter. Beim nächsten DJC in Hamburg konnte Lea überraschend den zweiten Platz in der Gesamtwertung der Speedreihe erreichen. Dieser Erfolg gab ihr neue Motivation und zeigte ihr, dass sich das Training und das Dranbleiben gelohnt hatten. 

Auch für Felix ging die Saison weiter nach oben. Beim zweiten DJC konnte er sich mit einer Zeit von 6,3 Sekunden den dritten Platz sichern und sich gleichzeitig für die Jugend-WM qualifizieren. Damit wurde aus seinem ursprünglichen Ziel, in diesem Jahr bei einem EYC zu starten, innerhalb weniger Monate die Teilnahme an gleich zwei großen internationalen Meisterschaften. 

Die Jugend-WM

Für Felix folgte damit das absolute Highlight der Saison. Im zweiten Qualifikationslauf lief er mit 5,9 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit und blieb damit zum ersten Mal unter sechs Sekunden. Gleichzeitig bedeutete diese Leistung den Einzug ins Finale. 

Am Ende erreichte Felix den 8. Platz. Damit konnte er auch bei seiner zweiten internationalen Meisterschaft in diesem Jahr ein starkes Ergebnis erreichen. 

Die WM war aber nicht nur sportlich etwas Besonderes. Es war unglaublich, so viele Athletinnen und Athleten aus der ganzen Welt kennenzulernen und gemeinsam auf einer internationalen Bühne zu starten. Diese Erfahrungen machten die Saison für ihn noch einmal einzigartiger. 

Die Finals

Auch die Finals wurden für uns zu einem besonderen Erlebnis. Gemeinsam schafften wir es im Relay ins Finale und erreichten dort einen starken siebten Platz. 

Im Einzel lief es für Felix dagegen nicht gut. Ein schlechter Lauf und ein weiterer Abrutscher sorgten dafür, dass der Wettkampf für ihn nicht so verlief, wie wir es uns vorgestellt hatten. Auch solche Wettkämpfe gehören zum Leistungssport dazu.  

Für Lea war der Einzelwettkampf ebenfalls eine Herausforderung. Sie wollte unbedingt die 8er-Zeit laufen. Dieser Wunsch entwickelte sich jedoch zunehmend zu Druck, sodass Lea verkrampfte und ihre Leistung nicht so abrufen konnte, wie sie es sich vorgenommen hatten. 

Der erste EYC

Eine Woche später stand für Lea schließlich ihr erster EYC an. Nach den Erfahrungen bei der JEM fühlte sie sich im internationalen Umfeld dieses Mal deutlich wohler. 

Der Wettkampf selbst verlief allerdings chaotisch. Eine kurzfristige Umstellung, schwierige Bedingungen, ein Ausrutscher im ersten Qualifikationslauf und schließlich ein Fehlstart im zweiten beendeten ihren Wettkampf. 

Die Enttäuschung war natürlich groß, weil sie wusste, dass mehr möglich gewesen wäre. Gleichzeitig war auch dieser Wettkampf eine wichtige Erfahrung. Sie konnten erleben, wie sie mit schwierigen Situationen bei internationalen Wettkämpfen umgeht, und nimmt daraus wichtige Erkenntnisse für die Zukunft mit. 

Was 2026 für uns bedeutet

Wenn wir heute auf 2026 zurückblicken, war es eine Saison, die unsere Erwartungen deutlich übertroffen hat. Wir haben gelernt, dass Erfolg nicht nur aus Bestzeiten, Medaillen oder Platzierungen besteht. Es geht auch darum, nach einem schlechten Lauf wieder aufzustehen, aus Enttäuschungen zu lernen und an sich zu glauben. 

Von den ersten Nominierungswettkämpfen über die JEM, die DJCs und die WM bis hin zu den Finals und dem EYC war es eine unglaublich ereignisreiche Saison. Wir haben neue Bestzeiten aufgestellt, internationale Finals erreicht, neue Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt und vor allem viele Erfahrungen gesammelt. 

Für Felix war es ein Jahr, in dem aus dem Ziel, erstmals bei einem EYC zu starten, die Teilnahme an Jugend-EM und Jugend-WM wurde. Für Lea war es das Jahr, in dem sie trotz anfänglicher Zweifel den Sprung auf die internationale Bühne geschafft und dort wichtige Erfahrungen gesammelt hat. 

2026 war nervenaufreibend, emotional, manchmal schwierig und gleichzeitig eines der erfolgreichsten und prägendsten Jahre für uns. Wir haben erlebt, wie schnell sich Ziele verändern können: Was am Anfang des Jahres noch weit entfernt schien, wurde plötzlich Realität. Und aus einem Ziel wurde das nächste. 

Jetzt sind wir gespannt, wie es weitergeht und ob wir bei weiteren EYCs starten dürfen. Wir freuen uns auf die kommenden Möglichkeiten und darauf, weiter Erfahrungen zu sammeln und uns sportlich weiterzuentwickeln. 

Unsere Ziele sind noch lange nicht erreicht. Der Gedanke, noch mehr in den Leistungssport zu investieren, wird immer größer. Wir wissen nicht genau, wohin uns unser Weg führen wird. Aber wir wissen, dass wir weiter dafür kämpfen werden. 

Und vielleicht ist 2026 tatsächlich erst der Anfang.